The Third Man, 1949, Carol Reed

Nach einer Begrüßung durch Annegret Pelz und Birgit Erdle, die Herausgeberinnen des Ilse Aichinger Wörterbuchs (2021), sprechen Christine Ivanovic zum Kino als einer Form des Verschwindens, Sigrid Nieberle zu Aichingers Wiener Kinos, Thomas Macho fragt nach Brücken, die sich von Ilse Aichinger zu Robert Neumann, Helga Michie und Pier Paolo Pasolini schlagen lassen, und Ute Holl spricht zu Aichingers Text und zu dem Film Der dritte Mann.

The Third Man

Regie: Carol Reed; Drehbuch: Graham Greene; Kamera: Robert Krasker; Schnitt: Oswald Hafenrichter; Musik: Anton Karas; Darsteller: Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles. GB, 1949, 35mm, sw, 104 min. Englisch
 
Zwei Amerikaner in Wien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: eine vielsprachige Zone, die nächtlichen Ruinen und nass glänzenden Straßen in ein expressionistisches Schattenreich verwandelt, mit zahlreichen gekippten Einstellungen, die die Verunsicherung verstärken. Ein idealistischer Western-Autor mit den lakonischen Zügen von Joseph Cotten ist in die Alte Welt gefahren, um für seinen alten Freund Harry Lime zu arbeiten – und kommt gerade rechtzeitig zu dessen Begräbnis. Seine zunächst komischen, dann zunehmend paranoiden Nachforschungen führen in einen menschlichen Sumpf – und im legendären Finale ganz wörtlich in die Kanalisation. (C.H.)