Le Beau Serge (Die Enttäuschten), 1959, Claude Chabrol

Le Beau Serge (Die Enttäuschten)

Regie, Drehbuch: Claude Chabrol; Kamera: Henri Decaë, Jean Rabier; Schnitt: Jacques Gaillard; Musik: Emile Delpierre; Darsteller*innen: Gérard Blain, Edmond Beauchamp, Jean-Claude Brialy, Bernadette Lafont. FR, 1959, 35mm, sw, 96 min. Französisch mit dt. UT
 
Davor (nur am 20. März):
Rentrée des classes Regie: Jacques Rozier; Drehbuch: Michèle O'Glor, Jacques Rozier; Kamera: René Mathelin; Schnitt: Michelle David, Raymonde Nevers, Christiane Matoux; Musik: Darius Milhaud, Jacques Ibert, Tibor Harsányi. FR, 1956, 35mm, sw, 24 min. Französisch mit engl. UT
 
Erster Kamm der Neuen Welle: noch vor À bout de souffle und Les Quatre cents coups – und danach oft unverdienterweise zu deren Gunsten übergangen – die Geburtsstunde der Nouvelle Vague. Mit dem Nachfolger Les Cousins bildet Le Beau Serge ein Diptychon, in dem Claude Chabrol die Geschichte von Landmaus und Stadtmaus ironisch variiert. Ein tuberkulöser Theologiestudent kehrt in seine ländliche Heimatstadt zurück und muss feststellen, dass sein Jugendfreund und Vorbild nicht vielversprechender Architekt, sondern ein unglücklich verheirateter Trinker geworden ist. Die Theorien der Cahiers du cinéma werden erstmals in die Praxis der Mise-en-scène überführt: Thematisch stark vom verehrten Alfred Hitchcock geprägt, dessen bevorzugtes Motiv der (Schuld-) Übertragung hier in eine christliche Allegorie gekleidet wird, macht der Film schon eine ganz spezielle Distanz sichtbar – ciné-Chabrol. Zur Einstimmung auf die Provinz: ein Filmgedicht von Nouvelle-Vague-Lyriker Jacques Rozier über den ersten Schultag in einem verschlafenen Dorf und einen verträumten Jungen auf Wanderschaft. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 20. März