Raging Bull, 1980, Martin Scorsese

Raging Bull

Martin Scorsese. US, 1980, 35mm, sw mit Farbsequenzen, 128 min. Englisch
 
Martin Scorsese: "Es ging nicht ums Boxen. Ich mag Boxen nicht!" Dennoch, vielleicht deshalb, ist Raging Bull die aufreibendste, hoffnungsloseste Talfahrt des Boxerkinos. Jake La Motta (dessen Autobiografie Scorsese in Schwarzweißbildern und labyrinthisch im Nichts verlaufenden Dialogen erzählt – vom aggressiven Champ zum fettgefressenen Wrack) ist ein Mann, den die Bronx nie losgelassen hat. In grausamer wie grausiger Verstörtheit drischt Robert De Niro auf die Wirklichkeit ein, weil er nicht zu sprechen, hören, leben und lieben gelernt hat. Jede Szene in Raging Bull steht an der Kippe, in verbale, psychische oder handfeste Schlächterei umzuschlagen. Die wenigen Kampfsequenzen verschaffen keine Erleichterung. Sie sind Gemetzel mit Blutfontänen und zerplatzendem Fleisch, öde Fortsetzung öden Lebens. Wie jeder Film Scorseses handelt Raging Bull von Amerikas schlummernder, jederzeit erweckbarer Gewalt. Und von vergeblicher Hoffnung auf Erlösung. (H.T.)

Freier Eintritt für Fördernde Mitglieder am 1.9.