Napló apámnak, anyámnak (Tagebuch für meine Eltern), 1990, Márta Mészáros (Foto: National Film Institute – Film Archive Hungary)

Napló apámnak, anyámnak (Tagebuch für meine Eltern)

Márta Mészáros. HU, 1990, 35mm, Farbe und sw, 110 min. Ungarisch mit engl. UT
 
Im letzten Teil der Tagebuch-Trilogie wird Juli (Zsuzsa Czinkóczi) unmittelbar nach dem Ungarischen Volksaufstand 1956 politisch aktiv, nachdem es ihr schließlich gelungen ist, von der Moskauer Filmschule nach Budapest zurückzukehren. Die Handlung des dritten Tagebuch-Films konzentriert sich auf die Ereignisse und Nachwirkungen des ungarischen Aufstands. Er beginnt mit dem Sturz der Stalin-Statue in Budapest in den ersten Tagen des Aufstands (die erste umgestürzte Stalin-Statue der Welt). Da es kein Archivmaterial von diesem Ereignis gibt, wurde die Szene nachgestellt. An anderer Stelle konnte Mészáros auf vorhandenes Archivmaterial (in Farbe) zurückgreifen: Zu sehen ist die Rede von Ministerpräsident János Kádár auf der Kundgebung zum Tag der Arbeit am 1. Mai 1957, die als symbolischer Abschluss des Aufstands gilt und den historischen Moment markiert, in dem das ungarische Volk den Sozialismus für weitere 30 Jahre akzeptiert. (T.V.)