Playtime (Tatis herrliche Zeiten), 1967, Jacques Tati

Playtime (Tatis herrliche Zeiten)

Jacques Tati. FR/IT, 1967, 35mm, Farbe, 124 min
 
Tatis größter Film (und sein finanzieller Ruin), eine komische Enzyklopädie des modernen Lebens und seiner Architektur, gedreht im ultrabreiten 70mm-Format, um den geometrischen Landschaften von Paris Genüge zu tun. (Um bessere Drehbedingungen zu haben, ließ Tati detailversessen außerhalb der Stadt die riesige, teilweise bewegliche Rekonstruktion "Tativille" bauen). Tati spielt als Monsieur Hulot nur eine Nebenrolle unter vielen (ein US-Touristentrupp nimmt zur Betonung der Fremdheit des Blicks eine Schlüsselposition ein). Wirkliche Hauptdarsteller sind die visuellen und tönenden Zeichen der Stadt, anhand derer sich die Menschen orientieren, oft mit absurdem Resultat. Playtime ist wie ein Musikstück konstruiert, eine phänomenologische und perfektionistische Symphonie der Großstadt, die freilich deren Dissonanzen nicht verschweigt: Höhepunkt ist die superb orchestrierte Eröffnung eines Restaurants, das sich währenddessen aufzulösen beginnt. (C.H.)
 
Zum Auftakt: Drehli Robnik und Alexander Horwath präsentieren das neue Buch Ansichten und Absichten: Texte über populäres Kino und Politik

Herzlichen Dank an Werner Leskovar, der im Rahmen einer Filmpatenschaft den Erwerb dieses Films für die Sammlung des Filmmuseums ermöglicht hat.