Il fiore delle Mille e una notte (Erotische Geschichten aus 1001 Nacht), 1974, Pier Paolo Pasolini

Il fiore delle Mille e una notte (Erotische Geschichten aus 1001 Nacht)

Pier Paolo Pasolini. IT/FR, 1974, 35mm, Farbe, 130 min. Italienisch mit dt. UT
 
Das Meisterstück von Pasolinis "Trilogie des Lebens" beschwört die verzaubernde Erinnerung seiner Jugendlektüre von Tausendundeiner Nacht. Ohne Scheherazade-Rahmenhandlung verwebt Pasolini 15 Geschichten mosaikartig ineinander: Erzählungen tun sich innerhalb von Erzählungen auf, es entsteht ein Sog gestaffelter Rückblenden wie in der Handschrift von Saragossa. "Die Wahrheit ist nicht ein Traum, sondern viele", wird anfangs ein Vers aus der Vorlage zitiert und die erotischen Verwicklungen des Films werden zur Odyssee: durch die vielfältigen Wege und Formen der Liebe und durch die berückenden Orte, die Pasolini in Eritrea, Iran, Jemen und Nepal entdeckt. Im Gegensatz zur traditionellen Musik der Vorgängerfilme entführt der symphonische Score von Morricone (mit Mozart) in ein Traumreich und Pasolini erreicht die sinnliche Entgrenzung von den Normen der kapitalistischen Welt, die ihm für die Trilogie vorschwebte. Der Befreiung auf der Leinwand steht jedoch das Missverständnis seines Anliegens gegenüber. Seine Reaktion: Salò. (C.H.)
 
Courtesy Slovenska kinoteka