Invocation of My Demon Brother, 1969, Kenneth Anger (Kadervergrößerung ÖFM)
Happy End, 1984, Peter Tscherkassky
Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleit musik zu einer Lichtspielscene, 1973, Jean-Marie Straub / Danièle Huillet
Suspiria, 1977, Dario Argento

Films You Cannot See Elsewhere
Amos-Vogel-Atlas 9: Sound & Vision

21. und 22. Juli 2022

Parallel zu unserem Collection on Screen-Sommerprogramm mit Musikfilmen widmet sich auch der Amos-Vogel-Atlas der filmischen Beschäftigung mit Musik, legt den Schwerpunkt aber auf die kurze Form. Denn gerade im Kurzfilmbereich sind in unserer Sammlung selten gezeigte Kleinodien mit unterschiedlichsten Arten von Musikbezug zu finden: Die Bandbreite reicht vom ultrararen ersten Dokument der Band Velvet Underground beim Proben bis zu Meisterwerken des Avantgardekinos, die ihrer Bilderstürmerei durch Verwendung von Pop oder klassischer Musik zusätzliche Dimensionen verleihen (wie Warren Sonberts Friendly Witness); von Animationskomödien (ob entfesselte Opernparodie bei Chuck Jones oder minimalistische Merkwürdigkeit bei Nicolas Mahler) bis zum ungewöhnlichen Musikvideo.
 
Einer der Gründe, warum Amos Vogel als Kurator im New Yorker Cinema 16 und als Autor des Buches Film as a Subversive Art bahnbrechend wirkte, lag in seiner verstärkten Beschäftigung mit Kurzfilmen: Denn die Vielfalt und Radikalität, nach der er suchte, lässt sich oft nur in verdichteter Form erreichen. Dabei war ihm von Anfang an nicht nur die visuelle Innovation wichtig, sondern auch der Umgang mit dem Ton und mit musikalischen Elementen – was nicht unbedingt nur die Musik auf der Tonspur meint, sondern auch die einflussreiche Idee des Kinos als "visueller Musik" und damit als ein Experimentierfeld für völlig originäre Ansätze.
 
Dieses Kapitel des Vogel-Atlasses versucht ganz im Sinne seines Namensgebers, solche völlig verschiedenartigen Zugänge zusammenzubringen: als konzisen Überblick der reichen kinematografischen Möglichkeiten, mit Musik umzugehen, aber auch als herausfordernde Gegenüberstellung von völlig gegensätzlichen Arbeitsmethoden. Vom politischen Einsatz und den Projektionswirkungen der Musik in den Transatlantischen Beziehungen des ersten Programms bis zu ihrer Verwendung als gleichwertiges Gestaltungsmittel für einen rauschhaften audiovisuellen Horror-Trip in Dario Argentos Suspiria – der als abendfüllender Spielfilm nochmal eine ganz andere Perspektive bietet. (Christoph Huber)
 
Der gebürtige Wiener Jude Amos Vogel (1921–2012) wurde nach der Emigration in die USA eine der wichtigsten Figuren der internationalen Filmkultur. Die Reihe Amos-Vogel-Atlas widmet sich der Weiterführung seines widerständigen Erbes parallel zur Beforschung seines Nachlasses im Filmmuseum mit Schwerpunkt auf Raritäten aus der Sammlung.
Zusätzliche Materialien

3 amerikanische LPs

(1969, 13 min)

Adagio

(1984, 4 min)

Anthem

(2006, 5 min)

Ave Maria

(1936, 5 min)

Der Ball

(1982, 48 min)

Elvis

(2001, 1 min)

Ether Symphony

(1936, 5 min)

Farbtest Rote Fahne

(1968, 13 min)

Friendly Witness

(1989, 32 min)

Ghost of OT301

(2013, 9 min)

Grateful Dead

(1967, 7 min)

Happy End

(1982, 11 min)

Le Barbier de Séville

(1910, 11 min)

Mongoloid

(1977, 4 min)

Mystery Music

(2009, 6 min)

One Froggy Evening

(1955, 7 min)

Rabbit of Seville

(1950, 7 min)

Satellites

(2011, 7 min)

Suspiria

(1977, 98 min)

The Heart of the World

(2006, 5 min)

What's Opera, Doc?

(1957, 7 min)

Wild Night in El Reno

(1977, 6 min)