Too Late Blues, 1961, John Cassavetes

Too Late Blues

Regie: John Cassavetes; Drehbuch: John Cassavetes, Richard Carr; Kamera: Lionel Lindon; Schnitt: Frank Bracht; Musik: David Raksin; Darsteller*innen: Bobby Darin, Stella Stevens, Everett Chambers, Val Avery, Seymour Cassel. US, 1961, 35mm, sw, 101 min. Englisch mit dt. UT
 
Die erste und wenig glückliche Studioerfahrung von Cassavetes als Regisseur: Paramount wollte eine gebügelte Shadows-Variante, einen hippen Film für die satte WASP-Familie. Den bekamen sie auch – an der Oberfläche. Darunter brodelt es. Cassavetes lässt seinem Sinn für filmische Blankverspoesie freien Lauf, lässt ganz plötzlich seine handverlesenen Nebendarsteller den aufoktroyierten Stars die Schau stehlen, lässt ... Regie meint hier: Schadensbegrenzung durch gelassene Durchlässigkeit, Lob des Dokumentarischen, des Zufalls. Das Ergebnis ist ziemlich schizophren, darin von perverser Faszination wie zeitpolitischer Signifikanz: Zu sehen ist die innere Zerrissenheit der USA jener Jahre, und dass es nichts, aber auch gar nichts gab, was die herrschende Mittelklasse dem Rest der Bevölkerung, der realen Mehrheit zu bieten gehabt hätte. (O.M.)
 
Herzlichen Dank an Suzanne Magnin für die Filmpatenschaft

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