Gloria

Regie, Drehbuch: John Cassavetes; Kamera: Fred Schuler, John Cassavetes; Schnitt: George C. Villaseñor; Musik: Bill Conti; Darsteller*innen: Gena Rowlands, John Adames, Buck Henry, Tom Noonan, Lawrence Tierney. US, 1980, 35mm, Farbe, 122 min. Englisch mit dt. UT
 
Nach Jahren des Industrie-unabhängigen Schaffens ließ sich John Cassavetes für Gloria wieder mit einem Major Studio ein, dem er nur das Buch verkaufen und die Hauptdarstellerin nahelegen wollte. Bald aber involvierte ihn der Stoff so sehr, dass er die Regie übernahm. Da hatte jemand die Zeichen der Zeit erkannt: Gloria wurde zum populärsten, auf seine Art gelungensten Cassavetes-Film. Er funktioniert an der Oberfläche perfekt als zeittypischer, lyrisch-realistisch grundierter Genre-Reißer – kinderfeindliche Gangsterbraut bekommt kleinen Klugscheißer angehängt, als "Das Syndikat" dessen Eltern massakriert; Steppke hat ein Notizbuch mit Namen und Zahlen, das die "Men of Respect" haben wollen. Darunter liegt ein Psychodrama über die Annäherung, dann Verwandlung zweier Menschen durch das gemeinsame Erleiden widriger Umstände. Am Ende: Transzendenz? Bluff? Ein Traum? (O.M.)
 
Herzlichen Dank an eine anonyme Filmpatin für die Filmpatenschaft